Kategorie:Tapas

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Tapas Bar
Tapas in Puerto de la Cruz (Teneriffa): Papas arrugadas mit Mojo Verde und Mojo Rojo, dazu zwei Cañas (kleines Bier) und ein Magno (ein sehr guter Cognac aus Jerez)
Tapas:Salchichas (genauer:Chistorras) auf ölgetränktem Weißbrot, mit Oliven- und Paprikaschälchen (beide Früchte eingelegt)

Tapas sind die aus Mittelspanien stammenden kleinen Speisen, die am Nachmittag und Abend zu Wein und Bier gereicht werden. Vermutlich sind sie die Nachfahren der kleinen Brotscheiben, die früher zum Abdecken der Gläser gereicht wurden, damit keine Insekten in den Wein flogen.

Tapa ist das spanische Wort für Deckel. Auf dieser Scheibe Brot wurde Serrano-Schinken gereicht. Manchmal, auch in Rezepte-Wiki, werden Tapas fälschlich den Vorspeisen zugeordnet. Wer jedoch Tapas in einem spanischen Restaurant, in einer „Bar“ oder Bodega bestellt, möchte im Allgemeinen kein Hauptgericht.

Die spanischen Tapas entsprechen den Mezés (Betonung auf dem 2. E!) auf dem Balkan, in Griechenland und im Orient und den Antipasti in Italien. Sie sind zu vergleichen mit den Amuse-Gueules, die auch in guten deutschen Restaurant als unbestellter und kostenloser Leckerbissen als Gruß aus der Küche dargereicht werden.

Heute gibt es vor allem in Madrid eine ausgeprägte Tapas-Kultur. Es gibt richtige Tapas-Bars nicht nur in Madrid, sondern in ganz Spanien, mittlerweile sogar in Deutschland, die eine große Menge verschiedener Sorten im Angebot haben. Dabei gibt es regional bedeutende Unterschiede.

In Spanien wird in der Regel erst gegen 14:00 Uhr zu Mittag und ab 22:00 Uhr zu Abend gegessen. So bürgerten sich die kleinen Häppchen immer mehr ein, um die Zeiträume zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken. In der Regel trinkt man zu den Tapas den Wein des Hauses, aber auch Sherry oder Bier wird in den Bodegas angeboten.

Inzwischen ist es so, dass die Tapas-Bar gegen 14:00 Uhr öffnet und Speisen bereit hält, um das Mittagessen zu ersetzen, das in Spanien nicht als Hauptmahlzeit gilt. Diese wird abends eingenommen. Manche Tapas-Bars öffnen aber auch schon während der Siesta (so etwas wie eine Mittagspause), um das Geschäft zu machen, wenn die Leute frei haben.

In den Urlaubsgebieten im Süden Spaniens wurde diese Tapas-Kultur in den 80er Jahren entfremdet. Die Ur-Tapas wurden ohne Bezahlung zu den Getränken dazugereicht, weil sie ja nur ein Deckel für das Glas sein sollten. Durch den Urlaubsboom in Spanien wurden große Mengen gegen Bezahlung gereicht, was mit den eigentlichen Tapas nichts mehr zu tun hat. In den Urlaubsorten fiel die Qualität aber auch rasch ab.

Mittlerweile ist es auch in den Tapas-Bars nicht mehr so, dass die kleinen Köstlichkeiten nichts kosten. Dazu ist aus den Ur-Tapas (etwa geröstetes Baguette mit Knoblauch eingerieben, mit Tomaten belegt und mit Salz und Pfeffer gewürzt) ein richtiges kleines Essen geworden. Zwar verdienen viele der kleinen Leckereien in der Herstellung nicht das Wort Rezept, aber wer sich darauf versteht, bei einer Tapas-Party die richtigen Leckereien zusammen zu stellen, der bekommt spanisches Flair in seinen Garten.

Im Grunde ist schon eine Schale mit Oliven mit Tapas gleichzusetzen. Man muss sich jedoch nicht die Mühe zu machen, die sich die spanischen Tapas-Köche geben. Doch im Grunde meinen beide (der Spanier, der sich das ganz besondere Tapas-Rezept ausdenkt und der Deutsche, der in seinem Garten eine Tapas-Party veranstaltet) das Gleiche. Einmal etwas anderes machen. Kleinigkeiten auf hohem Niveau.

Man muss es in Deutschland nur schaffen, diese "Jetzt esse ich alles auf einmal"-Kultur zu durchbrechen. Man bekommt Leute auch mit Tapas satt, auch wenn nur alle halbe Stunde etwas zu essen kommt. Dann ist es aber etwas wirklich Schönes und nicht etwas, was man schon seit hundert Jahren kennt. Wer kennt es nicht, das Gefühl, wenn sich alle über den Nudel- und Kartoffelsalat hermachen und sich mit Baguette vollstopfen, bevor die erste Wurst auf dem Grill liegt.

Tapas brauchen Zeit in der Herstellung, sie brauchen aber auch Zeit, sie zu essen. Tapas sind nicht nur ein Snack, sie sind auch ein Lebensgefühl. Sich für etwas Schönes Zeit zu nehmen. Das bedeutet nicht nur, leckere Dinge zu essen, auch leckere Dinge für die Gäste zuzubereiten, und sich die nötige Zeit dabei zu lassen. Und wenn es morgens um 01:00 Uhr ist und man immer noch eine kleine Tapa aus dem Ärmel zaubern kann, dann ist man sicher ein besserer Gastgeber, als der, der Chips in Tüten verteilt.

Nicht fehlen bei der Zubereitung von Tapas und als Beilage dürfen folgende Zutaten: Manchego, Jomon Serrano, Chorizo, Boquerones, Patatas bravas, Olivas, Mojos und Ciruelas con tochino.

Die komplette Liste der in Rezepte-Wiki beschriebenen Tapas-Rezepte ist unten zu finden. Italienische Antipasti gibt es in der Kategorie Antipasti, die Kategorie Mezés enthält die entsprechenden "Vorspeischen" der griechischen Küche.

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