Feijoada
| Feijoada | |
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| Rezeptmenge für: | 8–10 Personen |
| Zeitbedarf: | 1 Tag Einweich- und Marinierzeit + 5 Stunden Koch- und Bereitungszeit |
| Hinweise: | |
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Die Feijoada (gespr. fäichuáde mit weichem ch) gilt als Nationalgericht in portugiesisch sprechenden Ländern wie Portugal, Brasilien, Angola, Mosambik und Macao. Es ist das traditionelle Sonntagsessen vieler wohlhabender und mittelständischer Familien. Seinen Ursprung hat das Gericht im Norden Portugals, von wo es seinen Siegeszug um die (portugiesisch sprechende) Welt machte.
Kulinarisches
Die einfache Feijoada
In ihrer einfachen Form basiert sie auf einem Kalbs- oder Schweinegulasch mit Bohnen und Reis. Im portugiesischen Nordwesten (Minho und Douro Litoral) verwendet man dazu weiße Bohnen, im Nordosten (Trás-os-Montes) sind es grüne Bohnen, üblicherweise durch anderes Gemüse ergänzt (Tomaten, Möhren oder Wirsing, Weiß- oder dortigem (!) Grünkohl). Dazu werden gereicht: Chorizo, Blutwurst und/oder die typisch portugiesische, geräucherte Farinheira-Wurst (gespr. farinära).
Die brasilianische Variante (Feijoada brasileira) besteht aus einem Gemisch aus schwarzen Bohnen und verschiedenen Fleischsorten (Schwein, Rind) und wird zu Tisch gebracht mit geröstetem Maniokmehl (Farofa), weißem (geschältem) Reis, warmem Kohl, Orangenscheiben und anderen Zutaten.
Die Feijoada Completa
Die Feijoada completa ist eine Feijoada in vollständiger Zusammenstellung, wozu gehören:
- gekochte schwarze Bohnen
- ein reichhaltiges Angebot unterschiedlicher Fleisch– und Wurstsorten
- scharfe Pfeffersauce (port. Molho de pimenta, span. Mojo de pimienta), siehe: Mojos
- angeröstetes Maniokmehl (Farofa)
- brasilianischer Grünkohl (Couve a mineira)
- gekochter Reis.
Die zahlreich variierenden Fleischzutaten können jedoch im Einzelnen je nach individueller Vorliebe, regionaler Erhältlichkeit und den finanziellen Mitteln weggelassen, ergänzt oder gegen andere Fleischsorten ausgetauscht werden. Wesentlich ist, dass mit geräucherten, gepökelten und gekochten Fleisch- und Wurstsorten unterschiedliche Geschmacksreize angesprochen werden.
Das verwendete Rindfleisch sollte nicht zu fett sein, braucht aber nicht die beste Qualität zu haben. Die Wurstsorten des Originalrezeptes, die in Mitteleuropa teils unbekannt sind, können durch herzhafte europäische Wurstsorten wie Cabanos, Chorizo, Mettenden oder Krakauer ersetzt werden.
Schwieriger zu ersetzen ist das Trockenfleisch (bras. Carne seca oder Charqui). Rein nominell eignet sich dazu das schweizerische Bündner Fleisch, das jedoch weniger fett und herzhafter ist als das originale brasilianische Charqui bzw. Carne seca oder das eher vergleichbare nordamerikanische Beef Jerky.
Schweinsfüßchen, -öhrchen und -schwänzchen sollen der Feijoada mehr Geschmack verleihen und die Brühe sämiger machen. Sie sind dabei nicht zum Verzehr gedacht. Sie sollten kurz abgebrüht werden, bevor sie zu den Bohnen gegeben werden.
Die Grünkohlbeilage (bras. Couve mineira) ist nicht mit dem deutschen Grünkohl identisch. Es handelt sich dabei um eine kultivierte Form des Gemüsekohls. Als geschmackliche Annäherung für diesen werden Kohlrabi- und Blumenkohlblätter sowie Wirsingkohl vorgeschlagen.
Die Orangenscheiben sollen nach der einen Version die Verdauung unterstützen, nach anderer Rezeptur soll dagegen eine ganze geschälte Orange mitgekocht werden, da dies angeblich den Fettgehalt mindere.
Angesichts der Vielfalt der zu verwendenden Fleischsorten und Beilagen des „Komplett“-Rezeptes lohnt sich die Zubereitung eher für eine genügend große Personengruppe.
Feijoada à transmontana
Diese Feijoada hinter den Bergen ist ein Gericht wie oben beschrieben aus der Gegend von Candedo im nördlichsten portugiesischen Zipfel Nahe der spanischen Grenze. Es besteht aus grünen Bohnen, Schweinefleissch, Wirsing, Wurst und gekochtem Reis.
Historisches
Sehr verbreitet ist die Vorstellung, dass die brasilianische Feijoada ursprünglich ein Arme-Leute-Essen vor allem der damaligen Sklaven gewesen sei, die dazu von ihren Herren nur die geringwertigeren Fleischstücke sowie Innereinen bekommen und daraus mit der Zeit die herzhafte Feijoada entwickelt hätten.
Dies wird beispielsweise von dem Kulturhistoriker Carlos Augusto Ditadi vom Nationalarchiv von Rio de Janeiro in einem Artikel in der Zeitschrift Gula, Mai 1998, als moderne Folklore zurückgewiesen.
Als Beleg wird u.a. angeführt, dass schon 1849 im angesehenen Blatt Jornal do Commercio do Rio de Janeiro am 6. Januar das Novo Café do Commércio seiner erlesenen Kundschaft ankündigt, dass die Bella Feijoada à Brasileira nunmehr jeden Dienstag und Donnerstag serviert werde.
In Portugal seien auch von je her in den Regionen Estremadura, Beiras, Trás-os-Montes und Alto Douro verschiedene Arten von Bohnen zusammen mit Wurst, Ohren und Füßen vom Schwein zubereitet worden. Auch das Cassoulet der renommierten französischen Küche wird ganz ähnlich mit Bohnen, Speck, Schweinefleisch, Würstchen und anderen Fleischsorten zubereitet. So sei die Feijoada im Grunde schon als europäisches Rezept mit den portugiesischen Kolonisatoren und Einwanderern nach Brasilien gelangt.
Als originär brasilianisch anzusehen wären daran allenfalls die schwarzen Bohnen, die von der südamerikanischen Gartenbohne abstammen (im Gegensatz zu den bis dahin bekannten europäischen Ackerbohnen- und den afrikanisch-asiatischen Vigna-Sorten) und die Beigabe der Farofa aus dem brasilianischen Maniok.
Bohnen (Feijao)
Zutaten
- 1500 g Schwarze Bohnen
- 2 Zwiebeln
- 4 Knoblauchzehen
- 2 El Öl
- 4 Liter Wasser
Zubereitung
Einen Tag vor dem Essen:
- Die gewaschenen und verlesenen Bohnen in einen Topf geben und einweichen lassen. Das Wasser soll die Bohnen dabei etwa einen Zentimeter hoch überdecken.
Am Tag des Essens
- In einem Topf von etwa 10 Litern Inhalt zwei gehackte Zwiebeln und vier gehackte Knoblauchzehen in Öl anbraten.
- Die Bohnen mit dem Einweichwasser zugeben, zum Kochen bringen und danach etwa anderthalb Stunden köcheln.
- Falls die Bohnen trockenfallen, mit zusätzlichem Wasser bedecken.
Fleisch (Carne)
Zutaten
- 500 g Suppenfleisch
- 1 Schweinezunge, geräuchert
- 500 g gepökelter und geräucherter Schweinenacken oder Kassler
- 500 g Dörrfleisch (ersatzweise Beef Jerky oder Bündner Fleisch )
- 500 g Schweinelende / -filet
- 250 g geräucherter Bauchspeck
- 1 Schweinefüßchen
- 1 Schweineschwänzchen
- 1 Schweineohr
- 4 Zwiebeln, feingehackt
- 4 Knoblauchzehen, feingehackt
- 80 ml Öl
- 3 Lorbeerblätter
- 1 Tl Kreuzkümmel
- Salz
- Pfeffer
- 800 g leicht geräucherte Würste (ersatzweise angeräucherte Kochwurst)
- 500 g Schweinswürste (alternativ: Mettenden)
- 300 g würzige Chorizo
Marinadenzutaten
- 3 El. Essig
- 2 zerdrückte Knoblauchzehen
- 2 Tl Salz
- 3 Tl Pfeffer
Zubereitung
Einen Tag vor dem Essen:
- Das Dörrfleisch über Nacht einweichen.
- Die Zutaten für die Marinade in einer Schüssel zusammenrühren.
- Die anderen Fleischstücke (außer den Würsten und dem Speck) darin einlegen
Am Tag des Essens
- In einem Topf von etwa 6 Litern Inhalt die Zwiebeln und den Knoblauch sowie die Lorbeerblätter in Öl andünsten.
- Dann im Abstand von etwa 10 Minuten Schweineohr, -schwanz und –fuß, das Suppenfleisch, das eingeweichte Dörrfleisch, die Zunge, den Schweinenacken bzw. Kassler und die Schweinelende zugeben.
- Nach der letzten Fleischzugabe noch 15 Minuten schmoren lassen.
- Das Fleisch soll gar werden, jedoch nicht zerfallen.
- Nach den abgelaufenen anderthalb Stunden das gegarte Fleisch aus dem Sud herausnehmen und zu den Bohnen geben.
- Den Fleischsud entfetten und ebenfalls zu den Bohnen geben.
- Die Würste und den Kreuzkümmel zufügen und weitere anderthalb Stunden bei geringer Hitze weiterschmoren lassen.
- Ab und zu umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pfeffersauce (Molho de Pimenta)
Zutaten
- 1 grobgehackte Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 3 Chilischoten, entkernt und fein zerhackt
- 200 g Tomaten, gehäutet, entkernt und grob zerhackt
- 1 EL Öl
- 2 EL Cachaça
(Zuckerrohrschnaps, alternativ kann weißer Rum verwendet werden)
- 1 EL Essig
- 1 Msp. gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 TL Salz
Zubereitung
- In einer Pfanne die Zwiebeln und den Knoblauch im Öl unter gelegentlichem Rühren 5 Minuten lang glasig dünsten.
- Tomaten, Chili, Cachaca, Essig, Salz und den schwarzen Pfeffer hineinrühren und weitere 5 Minuten dünsten.
- Von den gekochten Bohnen und der Kochflüssigkeit je 2 Tassen aus dem Topf nehmen, in die Pfanne geben und mit den gedünsteten Zutaten vermischen.
- Die Mischung 15 Minuten unter gelegentlichem Rühren über schwacher Hitze ziehen lassen, bis sie genügend eingedickt ist.
Maniokmehl-Bereitung (Farofa)
Zutaten
- 300 g Maniokmehl
- 100 g fetten Speck
- Salz
- etwas Butter
Zubereitung
- Speck klein würfeln und in einer Pfanne auslassen.
- Maniokmehl zugeben und streuselähnlich rösten, dabei jedoch nicht zu braun werdenlassen.
- Vom Feuer nehmen und mit etwas Butter und Salz abschmecken
Grünkohl (Couve a mineira)
Zutaten
- 750 g Kohlrabiblätter
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 EL Öl
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Kohlrabiblätter waschen, vom Stiel befreien und in schmale Streifen schneiden.
- Mit Zwiebeln und Knoblauch in heissem Öl ca 10 min. erst anbraten, dann etwa 5 bis 6 Minuten dünsten - nicht länger, damit die dunkelgrüne Farbe des Kohls erhalten bleibt.
- Salzen und pfeffern.
Beilagen
- Gekochter Reis aus 300 g Trockenware
- 5 große Orangen, geschält und in Scheiben geschnitten
Anrichten
- Sämtliche Fleischstücke und Würste aus dem Topf nehmen, davon das Schweineohr, den Fuß und das Schwänzchen entfernen.
- Diese sind nur für den Geschmack und die Saucenbindung beigegeben.
- Traditionsgemäss werden die Bohnen in eine Schüssel gegeben.
- Die großen Fleischstücke werden in Portionsstücke aufgeschnitten auf einer grossen vorgewärmten Platte angeboten.
- In die Mitte der Fleischplatte kommt die aufgeschnittene Zunge, daneben auf einer Seite alle geräucherten, auf der anderen Seite alle ungeräucherten Fleisch- und Wurstzutaten.
- Pfeffersauce, Farofa, Grünkohl, gekochter Reis und die Orangenscheiben werden in jeweils eigenen Schüsseln oder Platten angeboten.
- Jeder nimmt nach seinen Vorlieben davon auf seinen Teller.
Bilddarstellungen im Web:
Kochgeschirr
- 1 großer Topf (ca. 10 Liter)
- 1 mittlerer Topf (ca. 6 Liter)
- 1 kleiner Topf (ca. 3 Liter)
- 1 große Pfanne
- 1 kleine Pfanne
- 1 Schneidebrett
- 1 Küchenmesser
- 1 Schöpfkelle
Vereinfachte Rezeptur
Zutaten
- Feijão für 4 Personen
- Gekochter Reis für 4 Personen
- Farofa für 4 Personen
- 200 g Kohlrabiblätter
- etwas Öl und Knoblauch
- 2 Orangen
Zubereitung
- Feijão, Reis und Farofa nach Rezept bereiten.
- Die Kohlrabiblätter (bras. Couve) waschen, den Strunk in der Mitte herausschneiden und in feine Streifen schneiden.
- Diese mit etwas Öl und Knoblauch anbraten und 20 Minuten kochen.
- Mit etwas Salz abschmecken.
- Die Orangen schälen und in feine Scheiben schneiden.
- Dann alles nett anrichten und heiß servieren.
Beilagen
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Weitere Varianten
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